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SIP

Auswirkungen von Schmerz auf die Gesellschaft

Societal Impact of Pain (SIP) ist eine internationale Plattform mehrerer Interessenvertreter, die als gemeinsame Initiative der European Pain Federation (Europäische Schmerzvereinigung, EFIC®) und Grünenthal mit dem Ziel ins Leben gerufen wurde,

  • das Bewusstsein für die Auswirkungen von Schmerzen auf unsere Gesellschaft sowie die Gesundheits- und Wirtschaftssysteme zu stärken
  • Informationen und Erfolgsmethoden in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union auszutauschen
  • europaweit Strategien für eine verbesserte Schmerzbehandlung in Europa (Schmerzpolitik) zu entwickeln und zu fördern.

Eines der wichtigsten Dokumente der SIP-Plattform ist die „SIP Road Map for Action“ (SIP-Maßnahmenplan). In diesem Instrument werden sieben Schritte für politische Entscheidungsträger und Gesundheitseinrichtungen zur effektiven Thematisierung der gesellschaftlichen Auswirkungen von Schmerzen in der EU und auf nationaler Ebene genannt (SIP Roadmap, 2011).

The Societal Impact of Pain (SIP) 2017

Für den wissenschaftlichen Rahmen der Plattform „Societal Impact of Pain“ (SIP) ist die European Pain Federation, EFIC® (Europäische Schmerzvereinigung) zuständig. Kooperationspartner von SIP 2017 sind die Pain Alliance Europe (PAE) und das Active Citizenship Network (ACN). Das SIP-Symposium 2017 wird gemeinsam vom Malta Health Network und der No Pain Foundation ausgerichtet. Das pharmazeutische Unternehmen Grünenthal GmbH ist für die Finanzierung und anderweitige Unterstützung (z. B. logistische Unterstützung) zuständig.

Die 7. Jahrestagung „Societal Impact of Pain (SIP)“ in Valletta (Malta) hat umsetzbare Empfehlungen erarbeitet, um die Schmerzbehandlung in Europa zu verbessern. Vier Arbeitsgruppen haben Vorschläge erörtert und erarbeitet, die bei den Plenarsitzungen vorgestellt wurden:

  1. Aufbau einer EU-Plattform zum Thema der gesellschaftlichen Auswirkungen von Schmerz
  2. Entwicklung von Instrumenten zur Messung der gesellschaftlichen Auswirkungen von Schmerz
  3. Aufstellen von Richtlinien, die die Auswirkungen von Schmerz auf die Berufstätigkeit regeln
  4. Intensivierung der Aufklärung von medizinischem Fachpersonal, Patienten und der Öffentlichkeit zum Thema Schmerz
  5. Steigerung der Investitionen in die Forschung im Bereich „gesellschaftliche Auswirkungen von Schmerz

Neben diesen Empfehlungen war die Ankündigung von Martin Seychell, Stellvertretender Generaldirektor für Gesundheit bei der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission, ein Höhepunkt des SIP 2017: In seiner Rede gab er bekannt, dass die Europäische Kommission die EU-Plattform zu Gesundheitspolitik ins Leben gerufen hat, um Brücken zwischen Politikern und Gesundheitssystemen zu schlagen und damit dem Beispiel von SIP zu folgen. Die gesellschaftlichen Auswirkungen von Schmerz ist eines von mehreren Themen aus dem Bereich der Gesundheitspolitik, dem sich eine spezielle Expertengruppe widmen wird, um die Verbesserung und Weitergabe von „Best Practices“ in den EU-Mitgliedstaaten voranzutreiben. Sobald die Plattform etabliert ist, werden Repräsentanten aus dem Gesundheitssystem, darunter Versicherungs-, Unternehmer- und Arbeitgeberorganisationen beteiligt werden.

Einen weiteren wichtigen Meilenstein präsentierte Dr. Robert Jakob, Amtsarzt bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der eine neue Definition von „chronischen Schmerzen“ vorstellte und ihre Auswirkungen beschrieb. Die WHO aktualisiert regelmäßig die „International Classification of Diseases“ [Internationale Klassifikation der Krankheiten, ICD], an die sich Regierungen in der Regel halten, wenn sie Änderungen der Gesundheitssysteme vornehmen und Entscheidungen bezüglich der Finanzierung von Leistungen treffen. Der ICD-Code wird auch von Forschern und Ärzten u. a. zur Analyse von aktuellen Behandlungspraktiken herangezogen. Die Aufnahme von chronischen Schmerzen in die aktualisierte Version ICD11 wird die Schmerzbehandlung von Patienten weltweit erheblich verbessern.

Das Symposium brachte über 300 Teilnehmer zusammen, darunter Vertreter von Interessensgruppen, Forschern, medizinischem Fachpersonal und Spezialisten auf dem Schmerzsektor sowie von Versicherungen und Budgetverwaltern – es stand unter der Schirmherrschaft der maltesischen EU-Ratspräsidentschaft 2017. SIP ist eine internationale Plattform mehrerer Interessenvertreter, die als gemeinsame Initiative von Grünenthal und der European Pain Federation [Europäische Schmerzvereinigung, EFIC®] ins Leben gerufen wurde. Weitere Kooperationspartner sind die Pain Alliance Europe (PAE) und das Active Citizenship Network (ACN). Das SIP-Symposium 2017 wurde gemeinsam mit dem Malta Health Network und der No Pain Foundation ausgerichtet.

Nähere Informationen finden Sie unter www.SIP-Platform.eu

Hintergrund

Schmerzen sind für den Einzelnen ein Problem, haben jedoch auch erhebliche Auswirkungen auf Gesundheits- und Wirtschaftssysteme sowie die Gesellschaft. Akute und chronische Schmerzen verursachen bei Millionen von Menschen weltweit unbeschreibliche Schäden und Risse im Wirtschafts- und Sozialgefüge unserer Kultur.

Schmerzen gehen mit zahlreichen chronischen Gesundheitsstörungen wie Krebs und Erkrankungen des Bewegungsapparates einher und persistieren häufig auch nach der normalen Heilungszeit 2,8,10,13,14. Während akute Schmerzen als Symptom einer Krankheit oder Verletzung angesehen werden können, sind chronische und wiederkehrende Schmerzen ein besonderes Problem im Gesundheitswesen und führen zu typischen Begleiterkrankungen wie u. a. Schlafstörungen, Angst, Depression und geringes Selbstwertgefühl.

Chronische Schmerzen können zusammen mit anderen Erkrankungen vorhanden sein und die einzige Diagnose darstellen (primär chronische Schmerzen). Wenn chronische Schmerzen anfänglich zusammen mit anderen Erkrankungen vorliegen, können Sie häufig die anderen Erkrankungen wie beispielsweise Krebs, rheumatoide Arthritis, Herpes zoster usw. überdauern16. Schmerzen gelten in der Regel als chronisch, wenn sie länger als 3 bis 6 Monate andauern oder wiederkehren12. Während akute Schmerzen definitionsgemäß einen kurzen und selbstbegrenzenden Vorgang darstellen, beherrschen chronische Schmerzen das Leben der Betroffenen und häufig auch der Angehörigen, Freunde und Betreuungspersonen. Chronische Schmerzen sind eine der häufigsten Begleiterkrankungen von anderen Langzeiterkrankungen1. Daher überrascht es nicht, dass ein Großteil der Arztbesuche auf Schmerzleiden zurückzuführen sind7,9,11. Schmerzleiden kommen häufig vor, und Menschen mit chronischen Schmerzen gehen fünfmal häufiger zum Hausarzt als Menschen ohne chronische Schmerzen17. Insgesamt nehmen Menschen, die chronische Schmerzen angeben, das Gesundheitssystem erheblich stärker in Anspruch als Menschen ohne chronische Schmerzen6.

Die häufigsten chronischen Schmerzzustände (Rückenschmerzen, Arthrose und rezidivierende Kopfschmerzen (einschließlich Migräne)) kommen so häufig vor, dass sie oft als normal und unvermeidlicher Teil des Lebens angesehen werden. Neben der Beeinträchtigung der Lebensqualität und der finanziellen Belastung bereiten chronische Schmerzen oftmals den Weg für das Auftreten von komplexen körperlichen und psychosozialen Veränderungen, die Bestandteil des chronischen Schmerzproblems sind und erheblich zur individuellen Belastung beitragen.

Grünenthal setzt sich für eine innovative europäische Schmerzbehandlung ein

Leider berichten Patienten mit chronischen Schmerzen EU-weit über eine unzureichende Schmerzlinderung und Unzufriedenheit mit der Behandlung4. Chronische Schmerzen werden nicht nur häufig unterdiagnostiziert, sondern auch unter-, über- oder schlicht falsch behandelt5. Bei einigen Indikationen erhalten ältere Menschen weniger Zugang zu Schmerzbehandlungen als die Allgemeinbevölkerung, da chronische Schmerzen häufig von medizinischem Fahrpersonal übersehen werden6.

Chronische Schmerzen sind eines der kostenintensivsten Gesundheitsprobleme in Industrieländern und der häufigste Grund für gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit und frühzeitige Berentung. Trotz dieser sozioökonomischen Auswirkungen thematisieren Gesundheitssysteme und Politiker Schmerzen in Europa häufig nur zögerlich. Grünenthal ist davon überzeugt, dass der komplexe Charakter von Schmerzen nach einer ganzheitlichen Anstrengung verlangt, von der Prävention über eine frühzeitige Diagnosestellung bis zur effektivsten Behandlung. Bei diesem Bestreben muss der Patient von Anfang an eingebunden und der fachübergreifende Aspekt der chronischen Schmerzbehandlung berücksichtigt werden. In der Praxis bedeutet dies, dass Politiker, medizinisches Fachpersonal, Budgetverwalter und Industrie dringend zusammenarbeiten müssen, um den gesamten Behandlungsansatz neu zu definieren.

Bedarf an Innovation

Grünenthal ist bestrebt, Innovationen zur Verbesserung der Schmerzbehandlung in Europa zu fördern. Grünenthal hat seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung erhöht und einen organisatorischen Rahmen geschaffen, der Innovationen effektiv antreibt. Das Unternehmen investiert einen erheblichen Anteil seiner Einnahmen für Forschung und Entwicklung. Grünenthal ist aktiv an einer Reihe von öffentlich-privaten Partnerschaftsinitiativen beteiligt und kooperiert innerhalb des von der Innovative Medicines Initiative (IMI, Innovative Medizin-Initiative) der Europäischen Union und des European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (Europäischer Verband pharmazeutischer Unternehmen und Vereinigungen, EFPIA) aufgestellten Rahmens. Diese Projekte laufen mehrere Jahre und sollen dazu beitragen, die Schmerzbehandlung besser zu verstehen und zu verbessern.

Quellenangaben

1 Barnett, K., Mercer, S. W., Norbury, M., Watt, G., Wyke, S., & Guthrie, B. (2012, July 7). Epidemiology of multimorbidity and implications for health care, research, and medical education: a cross-sectional study. The Lancet, 380(9836), pp. 37-43.

2 Bonica, J. (1953). The management of pain. Philadelphia: Lea & Febiger.

3 Booker, S., Bartoszczyk, D., & Herr, K. (2016). Managing Pain in Frail Elders. American Nurse Today, 11(4).

4 Breivik, H., Collett, B., Ventafridda, V., Cohen, R., & Gallacher, D. (2006). Survey of chronic pain in Europe: prevalence, impact on daily life, and treatment. European Journal of Pain, 10, pp. 287–333.

5 Dietl, M., & Korczak, D. (2011, April 19). Over-, under- and misuse of pain treatment in Germany. (G. M. House, & Düsseldorf, Eds.) GMS Health Technology Assessment, 7.

6 Eriksen, J., Sjøgren, P., Ekholm, O., & Rasmussen, N. (2004, Dec). Health care utilisation among individuals reporting long-term pain: an epidemiological study based on Danish National Health Surveys. European Journal of Pain, 8(6), 517-523.

7 Gureje, O., Simon, G. E., & Von Korff, M. (2001, May). A cross-national study of the course of persistent pain in primary care. Pain, 92(1-2), pp. 195-200. IASP. (2009). Musculoskeletal Pain fact sheet.

8 IASP (International Association for the Study of Pain).

9 Koleva, D. (2005). Pain in primary care: an Italian survey. European Journal of Public Health, 15, pp. 475–479.

10 Majithia, N., Loprinzi, C., & Smith, T. (2016, Nov 15). New Practical Approaches to Chemotherapy-Induced Neuropathic Pain: Prevention, Assessment, and Treatment. Oncology (Williston Park), 30(11)(pii: 219814).

11 Mäntyselkä, P., Kumpusalo, E., Ahonen, R., Kumpusalo, A., Kauhanen, J., Viinamäki, H., et al. (2001). Pain as a reason to visit the doctor:a study in Finnish primary health care. Pain, 89, pp. 175–180.

12 Merskey, H., & Bogduk, N. (1994). Pain terms: classification of chronic pain (Second ed.). Seattle: International Association for the Study of Pain (IASP.

13 Mieritz, R. M., Forman, A., Mieritz, H. B., Hartvigsen, J., & Christensen, H. W. (2016, Nov 1). Musculoskeletal Dysfunctions in Patients With Chronic Pelvic Pain: A Preliminary Descriptive Survey. Retrieved Nov 18, 2016, from http://www.jmptonline.org/article/S0161-4754(16)30213-5/abstract

14 Roberto, A., Deandrea, S., Greco, M., Corli, O., Negri, E., Pizzuto, M., et al. (2016, June). Prevalence of Neuropathic Pain in Cancer Patients: Pooled Estimates From a Systematic Review of Published Literature and Results From a Survey Conducted in 50 Italian Palliative Care Centers. Journal of Pain and Symptom Management, 51(6), pp. 1091–1102.e4.

15 SIP Roadmap. (2011, May 4). The Societal Impact of Pain – A Road Map for Action, 1. (SIP, Editor) Retrieved July 26, 2016, from https://www.sip-platform.eu/events/sip-2011/materials.html

16 Treede, R.-D., Rief, W., Barke, A., Azizc, Q., Bennett, M. I., Benoliele, R., et al. (2015). A classification of chronic pain for ICD-11. (IASP, Ed.) Pain, 156(6), pp. 1003-1007.

17 Von Korff, M., Dworkin, S. F., & Le Resche, L. (1990). Graded chronic pain status: an epidemiologic evaluation. Pain, 40, pp. 279 – 291.

18 WHO. (2015, November). Draft global strategy and plan of action on ageing and health. (W. H. Organization, Ed.) Retrieved June 26, 2016, from http://www.who.int/ageing/ageing-global-strategy-revised-draft-for-who-eb.pdf