Co-Analgetika

Was sind Co-Analgetika?

Laborant mit Proben

Viele Patienten sind erst einmal irritiert, wenn ihnen der Arzt ein Medikament zur Schmerztherapie verordnet, das kein klassisches Analgetikum ist. Diese Präparate nennt man Co-Analgetika. Ihre Wirkung wird in der Schmerztherapie oft unterstützend genutzt. Häufig eingesetzte Co-Analgetika sind Antidepressiva, Neuroleptika, Antieleptika und Muskelrelaxantien.

Antidepressiva

Antidepressiva greifen in den Transport der Botenstoffe Serotonin, Noradrenalin und Dopamin ein und haben zwei Effekte: sie wirken stimmungs-aufhellend (antidepressiv) und schmerzlindernd. Daher werden sie in der Schmerztherapie auch in erster Linie als Schmerzmittel eingesetzt. Aber wer unter starken und ständigen Schmerzen leidet, quält sich nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Stress und Angst verschlimmern den Zustand des Patienten und verstärken die Wahrnehmung des Schmerzes. Hier kommt die stimmungsaufhellende Wirkung der Psychopharmaka sehr gelegen: depressive Verstimmungen werden positiv beeinflusst. Während der schmerzlindernde Effekt oft schon nach wenigen Tagen eintritt, beginnt sich die Stimmungslage gewöhnlich erst nach zwei bis vier Wochen zu bessern.

Psychopharmaka werden in der Schmerztherapie in einer wesentlich geringeren Dosis eingesetzt als bei einer rein psychotherapeutischen Behandlung. Mögliche Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen und Blutdruckabfall.

Neuroleptika

Neuroleptika wurden früher zur Behandlung der Schizophrenie eingesetzt. Heute setzt man sie auch bei anderen Erkrankungen als Beruhigungsmittel ein. Das Ergebnis: Der Patient wird ruhiger und erlebt seinen Schmerz als weniger bedrohlich. Wie ein falscher Schlüssel in einem Schloss blockieren Neuroleptika so genannte Rezeptoren an Nervenzellen im Gehirn, an denen der Botenstoff Dopamin andockt. Normalerweise bindet Dopamin an den Rezeptor und überträgt damit das Schmerzsignal auf die Nervenzelle. Wird die Dopamin/Rezeptor Bindung unterbrochen, so kann auch das Schmerzsignal nicht weitergeleitet werden. Neuroleptika werden bei Schmerzpatienten geringer dosiert als bei rein psychisch Erkrankten. Mögliche Nebenwirkungen sind Benommenheit, trockener Mund, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Beeinträchtigung des Gedächtnisses und ein verlangsamtes Denken. Die Blockierung im Gehirn wirkt sich nicht nur auf das Fühlen und Denken aus, sondern auch auf die Bewegungssteuerung. Das heißt, es können leichte bis schwere Bewegungsstörungen auftreten.

Antiepileptika

Diese Medikamente gegen epileptische Krampfanfälle werden hauptsächlich bei den so genannten neuropathischen Schmerzen eingesetzt. Sie dämpfen die krankhaft gesteigerte Aktivität der Nerven und lindern so einschießende Nervenschmerzen. Antiepileptika hemmen die übersteigerte Erregbarkeit der Nervenzellen, die sowohl für Krampfanfälle, als auch für neuropathische Schmerzen verantwortlich ist. Das Ausmaß der Reizleitung wird gemindert und der Schmerz gelindert. In der Schmerztherapie werden hauptsächlich die Mittel Carbamazepin, Gabapentin, Clonazepam und Pregabalin eingesetzt. Mögliche Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Schwindel, Bewegungsstörungen, trockener Mund, Hautausschläge, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden und Leberfunktionsstörungen.

Muskelrelaxantien

Muskelrelaxantien entspannen die Muskeln und werden bei Rückenschmerzen oder bestimmten Kopfschmerzformen eingesetzt. Diese Medikamente sollten über einen längeren Zeitraum nicht ohne ärztlichen Rat eingenommen werden, da sich der Körper an die Einnahme gewöhnen kann. Weitere mögliche Nebenwirkungen können Müdigkeit, beeinträchtigte Konzentration und Aufmerksamkeit, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung sowie Sprach- und Bewegungsstörungen sein.