WHO Empfehlung

WHO Richtlinien zur Behandlung chronischer Schmerzen

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Die WHO (World Health Organisation, Weltgesundheitsorganisation) hat Richtlinien erarbeitet, die es dem Arzt erleichtern sollen, die geeignete Therapie für seine Patienten zusammenzustellen. Diese Richtlinien wurden ursprünglich für die Therapie bei chronischen Tumorschmerzen erstellt, haben sich aber auch für andere Schmerzerkrankungen bewährt. Diese Richtlinien geben dem Mediziner Anregungen, wie er welche Medikamente sinnvoll miteinander kombinieren kann. Oder wie er den Wechsel auf stärker wirksame Schmerzmittel am besten durchführt. Die WHO-Richtlinien beruhen auf folgenden 5 Grundsätzen:

1. Die Behandlung soll oral (z.B. Tabletten) oder über die Haut (z.B. Pflaster) erfolgen. Die Einnahme des Wirkstoffes soll dem Patienten größtmögliche Unabhängigkeit von Arzt und Pflegepersonal bieten.

2. Die Schmerzmittel sind nach einem fixen Zeitplan einzunehmen, bevor der Schmerz zurückkehrt. Dies führt zu gleichmäßigeren Wirkstoffspiegeln, so dass Schmerzspitzen weitgehend vermieden werden.

3. Die Wahl des Schmerzmittels richtet sich nach dem WHO-Stufenschema. Begonnen wird die Behandlung auf der Stufe 1, bei den Nicht-Opioiden, den Antirheumatika. Bei unzureichender Schmerzlinderung ist auf die nächst höhere Stufe zu wechseln.

4. Das Schmerzmittel soll individuell der Schmerzstärke und den Nebenwirkungen angepasst werden können. Es gibt keine Standarddosierungen, die für alle Patienten gleich sind. Die Schmerzempfindung ist von Patient zu Patient unterschiedlich und die verordneten Schmerzmittel müssen entsprechend angepasst dosiert werden.

5. Um möglichst wenige Tabletten einzunehmen, sind langwirksame Schmerzmittel wie beispielsweise Opioidpflaster, die eine Wirkdauer von bis zu 4 Tagen haben, einzusetzen. Langwirksame Schmerzmittel führen zu gleichmäßigeren Blutspiegel und somit auch zu weniger Nebenwirkungen. Für Schmerzspitzen sollte ein schnell wirksames Schmerzmittel mit möglichst dem gleichen Wirkstoff wie das langwirksame Mittel zur Verfügung stehen.

Diese Richtlinien der Weltgesundheitsbehörde setzen sich nur zögerlich durch. Bei Schmerzen werden häufig zu schwache Schmerzmittel verordnet,der Patient muss mit Schmerzen leben, weil nicht zur rechten Zeit auf stärkere Schmerzmittel umgestiegen wird.