Alternative Heilmethoden

Alternative Heilmethoden contra Schmerz

Chart Traditionelle Chinesische Medizin

Gerade in der Schmerztherapie werden alternative Heilmethoden (z.B. Akupunktur) gerne als begleitende Verfahren genutzt. Welche Therapie für welche Erkrankung eingesetzt werden kann, sollte vorher mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Wichtig ist, dass man sich einem qualifizierten Arzt mit entsprechender Erfahrung anvertraut.

Mittelpunkt Mensch

Bei alternativen Heilmethoden wird der Patient ganzheitlich betrachtet. Das heißt, der Mensch steht im Vordergrund und nicht nur seine gestörten Körperfunktionen. Alternative Medizin soll die Selbstheilung fördern und darf nicht schädlich sein. Alternative Behandlungsmethoden haben sich vor allem bei der Behandlung von chronischen Schmerzen bewährt. Dennoch sollte man sie nicht alleine, sondern als Begleittherapie anwenden.

Die jeweilige Heilmethode sollte mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Dieser kann auch beurteilen, welches Verfahren für welche Schmerzen am besten geeignet ist. Wie bei vielen anderen Therapien auch kann nur eine regelmäßige und konsequente Behandlung erfolgreich sein. Das ist natürlich von der Kasse, dem Verfahren und der Erkrankung abhängig. Wichtig ist, dass sich der Betroffene genau über die Ausbildung und Fähigkeiten des alternativen Therapeuten informiert.

Es gibt eine Vielzahl von „natürlichen” Heilverfahren. Einige davon haben sich in der Schmerztherapie bewährt.

Akupunktur

Akupunktur ist eine der bekanntesten alternativen Heilmethoden. Sie wird schon seit fast 5000 Jahren zur Schmerzlinderung eingesetzt und ist wieder hochaktuell. Die Akupunktur gründet auf der traditionellen chinesischen Medizin und kann unter gegebenen Umständen erfolgreich gegen Schmerzen eingesetzt werden.

Punktgenau: Bei der Akupunktur werden die Patienten mit feinen Nadeln in die Hautoberfläche gestochen. Entscheidend dabei sind die Akupunkturpunkte, also die Punkte, die genadelt werden. Diese sind genauestens festgelegt. Jedem Punkt wird eine besondere heilsame Wirkung auf ein Organ oder eine Erkrankung zugeschrieben. Die Akupunkturpunkte, die übrigens alle einen Namen haben, verlaufen entlang von Leitbahnen, den so genannten Meridianen. Meridiane sind gedachte Linien, die wissenschaftlich bisher ebenso wie die Akupunkturpunkte nicht sicher nachgewiesen werden konnten. Durch die Reizung der Hautoberfläche mit der Akupunkturnadel sollen schmerzhemmende Mechanismen im Körper aktiviert werden. Man könnte es vergleichen mit einer Schmerzumleitung. Dadurch fühlt sich der Patient meist besser, aktiver und schmerzfreier.

Aus hygienischen Gründen sollten die Nadeln steril und aus Edelstahl sein. Sie können, je nach Erkrankung, nur 1,5 cm oder auch 15 cm lang sein. Wie viele Sitzungen ein Schmerzpatient haben sollte, ist abhängig davon, wie lange er schon Schmerzen hat. Je länger das Schmerzleiden, desto länger die Behandlungsdauer. Eine Therapie-Serie besteht in der Regel aus etwa 12 -15 Sitzungen, mit je zwei Sitzungen pro Woche. Danach sollte der Patient erst einmal zwei bis drei Wochen pausieren. In dieser Zeit lässt sich erkennen, ob die Akupunkturbehandlung bereits Erfolge zeigt (weniger Schmerzen, besseres Allgemeinbefinden).

Da auch die Akupunktur Nebenwirkungen besitzen kann (z.B. Auslösen vorzeitiger Wehen bei Schwangeren und ganz selten Kreislaufschwäche) sollte sie nur von einem erfahrenen Arzt durchgeführt werden. Voraussetzung: Der Akupunkteur versteht sein „Handwerk". Sonst kann es zu Verletzungen, Schmerzen und Infektionen kommen. Akupunktur kann als unterstützende Maßnahme bei chronischen Schmerzen des Rückens, des Kopfes, der Gelenke, der Wirbelsäule, bei Zahnschmerzen, Magen-, Unterleibsschmerzen und Gesichtsschmerz (Trigeminusneuralgie) sinnvoll sein.

Neuraltherapie

Diese Therapie wurde in den 30er Jahren entwickelt und ist gerade im Bereich der Schmerztherapie anerkannt. In der Neuraltherapie geht man davon aus, dass bestimmte Punkte und Regionen an der Hautoberfläche oder im Körperinneren Störungen erzeugen können. Diese Störungen wiederum können den Organismus beeinflussen, Krankheiten verursachen und Schmerzen auslösen.

Wichtig ist es, diese Stellen, die man auch Störfelder und Störherde nennt, zu erkennen. Störfelder sitzen häufig in Zähnen, Transplantaten, Narben, Mandeln oder Fremdkörpern (z. B. Piercing). Die Störherde treten hauptsächlich im Kopfbereich auf (z. B. Nebenhöhlen). Ist der Störfaktor ausgemacht worden, spritzt der Therapeut eine geringe Menge eines Betäubungsmittels in die betroffene Stelle. Dadurch wird die Störwirkung abgebaut und die organische „Fehlfunktion" wieder behoben. Die Neuraltherapie wird bei chronischen Schmerzen und bei Durchblutungsstörungen eingesetzt.

Chirotherapie

Bei der Chirotherapie sollen mit einfachen Handgriffen Gelenke beweglich gemacht werden. Dabei gibt es zwei Verfahren: die Manipulation und die Mobilisation. Bei der Manipulation wird eine schnelle, kurze Bewegung ausgeführt, die man in der Umgangsprache auch als „Einrenken" kennt. Dabei darf der Therapeut auf keinen Fall mit viel Kraft vorgehen. Bei der Mobilisation wird die Gelenkbeweglichkeit mit (passiven) Übungen wieder hergestellt. Die Handgriffe sehen einfach aus, müssen aber unbedingt von einem Experten ausgeführt werden, da sonst enormer Schaden entstehen kann. Die Chirotherapie sollte am besten nur als begleitende Therapie eingesetzt werden. Sie wird angewandt bei Beschwerden im Rücken-, Schulter- und Lendenbereich sowie bei Gesichts- und Kieferschmerzen.