Physiotherapie

Physikalische Reize

Frau bei der Physiotherapie

In der Physiotherapie nutzt man die Reaktionen unseres Körpers auf physikalische Reize (z. B. Bewegung, Wärme, Kälte, Elektrizität). Werden diese Reize gezielt in einer Therapie eingesetzt, können sie helfen, Schmerzen und Krankheiten zu lindern oder sogar zu heilen.

In der Physiotherapie konzentriert man sich auf das Nervensystem, Gelenke, Muskulatur, Herz-Kreislaufsystem, Atmungstrakt, Organe und indirekt auch auf die Psyche.

Physiotherapeutische Maßnahmen sind meist eine langfristige Angelegenheit. Fortschritte werden nur erreicht, wenn der Betroffene sie regelmäßig und dauerhaft ausübt.

Krankengymnastik

Der therapeutische Sport hilft bei Erkrankung oder Schädigung der Muskulatur. Gerade Patienten mit Rückenproblemen können mit Rückengymnastik ihre Muskeln wieder stärken, Verspannungen lösen und ihre Wirbelsäule kräftigen.

Falsche Bewegungsabläufe können mit Krankengymnastik wieder korrigiert werden. Das kann z. B. eine leicht gebückte Körperhaltung sein, die man erst dann registriert, wenn der Rücken schmerzhaft protestiert.

Spezielle Atemübungen verschaffen Lungen- und Asthmakranken Erleichterung. Diese Übungen werden wegen ihrer entspannenden Wirkung aber auch gerne bei anderen Patienten eingesetzt.

Massage

Massagen sind schon seit Jahrtausenden bekannt. Dabei wird die Muskulatur entspannt, die Durchblutung gefördert und Schmerzen gelindert. Wichtig für den Erfolg einer Massage ist der gezielte Einsatz von Druck- und Dehnungsreizen auf Muskeln, Bindegewebe und Haut. Eine Massage ist jedoch nur als begleitende Maßnahme sinnvoll, da sie keine dauerhaften Veränderungen bewirken kann (wie z. B. Muskelaufbau).

Wärme- und Kälteanwendungen

Wärme fördert die Durchblutung und regt den Stoffwechsel an. Dabei werden auch Stoffe aus unserem Körper geschwemmt, die Schmerzen verstärken können. Das heißt, durch Wärmetherapie wird der Organismus weniger schmerzempfindlich, die Schmerzschwelle wird erhöht. Bekannte Wärmeanwendungen sind z. B. Infrarotlicht-Bestrahlungen, Fango-, Paraffin-, Leinsamen- und Heupackungen. Dann gibt es noch die „Klassiker”: ein warmes Bad oder den Saunabesuch.

Kälte betäubt den Schmerz. Diese Erfahrung hat jeder schon einmal gemacht, der eine Brandwunde mit Eis oder kaltem Wasser „behandelt” hat.

Auch in der Kältetherapie werden schmerzende Stellen eisgekühlt. Dazu benutzt man unter anderem Kühlsprays, Eispackungen, Kühlgelbeutel oder sogar tiefgekühlte Luft. Die Kälte bewirkt eine sofortige Verengung der Blutgefäße und eine Blockierung der Nervenleitung. Angewandt wird die kühle Therapie z. B. bei Entzündungen der Gelenke und der Wirbelsäule, Rheuma und chronischen Schmerzen.

Elektrotherapie

Bei dieser Therapie wird der Schmerzpatient im wahrsten Sinne des Wortes unter Strom gestellt. Das ist natürlich eine Frage der Dosierung. Abhängig von der Erkrankung wirken Impulsstrom (zwischen 2 und 150 Herz) und Gleichstrom auf den Patienten ein. Per Elektroden auf der Haut oder in einem „anregenden” Vollbad, können die elektrischen Reize Schmerzen und Entzündungen lindern. Die Elektrotherapie kann bei akuten und chronischen Schmerzen angewandt werden. Vorsicht ist jedoch bei Patienten mit Herzschrittmachern geboten.

Transkutane elektrische Nervenstimulation

Auch diese Therapieform arbeitet mit elektrischen Reizen, nur bleibt der Patient dabei mobil. Der Strom kommt aus einem kleinen Kasten, den der Schmerzpatient mit sich herum tragen kann. Auf der Haut werden Elektroden festgeklebt, die Stromreize aussenden. Diese überlagern dann die eigentlichen Schmerzreize. Zudem wird die Schmerzweiterleitung im Gehirn gehemmt. Weiterer positiver Effekt der TENS: Sie bewirkt eine Ausschüttung von körpereigenen „Glückshormonen” (Endorphine). Diese Hormone sind dem Morphin recht ähnlich und wirken noch zusätzlich schmerzlindernd. Wichtig bei diesem Verfahren ist, dass der Patient an dem Gerät geschult wird. TENS lindert nur den Schmerz, kann aber nicht heilen. Deshalb ist es notwendig, dass die Anwendung regelmäßig durchgeführt wird. Dabei kann es natürlich passieren, dass sich der Körper an den Stromfluss gewöhnt (Toleranz) und dieser nicht mehr schmerzlindernd wirkt. Dann hilft oft schon eine (minimale) Änderung des Stromflusses oder eine Versetzung der Elektroden. Eingesetzt wird TENS z. B. bei neurogenen oder auch chronischen Schmerzen.