;

Entdecken Sie Grünenthal

24.02.2021

Brunn am Gebirge, 24. Februar 2021 – In Österreich leiden laut der österreichischen Gesundheitsbefragung rund 20 Prozent der Bevölkerung unter chronischen Schmerzen. Das sind Schmerzen die länger als drei Monate bestehen und immer wieder auftreten.

Dabei handelt es sich meist um Schmerzen im Bewegungsapparat, also den Rücken, aber auch um Kopfschmerzen oder neuropathischen Schmerzen, also Nervenschmerzen. Kostenlose und interaktive Onlinekurse sollen Schmerzpatientinnen helfen, ihre Erkrankung besser zu verstehen und mit ihr umzugehen. Oberarzt Dr. Wolfgang Jaksch von der Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Schmerzmedizin an der Klinik Ottakring über welche Personen besonders von chronischen Schmerzen betroffen sind: 

„Wenn man das Geschlecht anschaut, auch wenn es die Meisten nicht glauben, sind es eigentlich mehr die Frauen, die betroffen sind. Wenn man Schmerzen nach Operationen anschaut, wozu ich eine Untersuchung gemacht habe, sind es vor allem die jungen Frauen, die ein hohes Risiko haben unter besonders starken Schmerzen zu leiden. Wenn man die Statistiken von der Gesundheitsbefragung anschaut, sind wieder die Frauen im Vordergrund - also deutlich mehr Frauen als Männer betroffen, bei den chronischen Schmerzen. Da betrifft es dann natürlich schon die älteren Altersgruppen mehr, aber es betrifft sehr wohl Altersgruppen, sowohl bei Männern und Frauen, im arbeitsfähigen Alter. Das ist der Punkt, der auch ökonomisch sehr wichtig wird.“

Wie sehr die Schmerzen den Alltag der Betroffenen beeinflussen, lässt sich durch Zahlen in Österreich kaum darstellen, erklärt Jaksch. Die Barmer Ersatzkrankenkasse in Deutschland hat dieses Thema aber genauer betrachtet und nach Menschen mit chronischen Schmerzen gesucht, die körperlich, seelisch und sozial durch ihre Schmerzkrankheit beeinträchtigt sind und somit eine richtige Schmerzkrankheit haben. In Deutschland waren das 3,8 Millionen Bundesbürger. Wenn man das auf Österreich hochrechnet, sagt Jaksch, sind das rund 350.000 Menschen, die durch ihre chronischen Schmerzen schwerst beeinträchtigt sind. Ihre Schmerzkrankheit erschwert den Alltag, ihre Arbeit und besonders ihre sozialen Kontakte. Auch der Schlaf leidet sehr – viele Schmerzpatienten können über Monate und Jahre nicht gut schlafen und das hat massiven Einfluss auf die Psyche. Was können also Patienten, neben dem medizinischen Behandlungsmöglichkeiten, selbst tun, um ihre Schmerzen in den Griff zu bekommen?

„Natürlich werden chronische Schmerzpatienten hoffentlich von verschiedenen medizinischen Einrichtungen oder Therapeuten behandelt, also vom Arzt, vom Physiotherapeuten, oder von Entspannungstrainern. Wenn man sich anschaut, wie lange ein Patient mit chronischen Schmerzen beim Arzt ist, dann kommt man in der Regel auf ca. drei Stunden. Das heißt, die Patienten sind knappe 8.700 Stunden im Jahr auf sich alleine gestellt. Das ist genau das Wichtige. Die Patienten müssen sich selbst auch managen und lernen, mit ihrem Schmerz umzugehen. Viele Schmerzen kann man nicht so behandeln, dass die Patienten wirklich schmerzfrei sind. Obwohl es immer wieder so in den Medien kommuniziert wird, unter dem Slogan: kein Patient muss Schmerzen haben. Das funktioniert in der Regel nicht wirklich. Deswegen müssen Patienten das selbst in die Hand nehmen und das ist das Schwierige, nämlich die Patienten wirklich dazu zu motivieren.“

In diesem Zusammenhang wurden jetzt auch E-Learning-Kurse für Patienten erstellt. Die interaktiven Online-Schulungen unterstützen Schmerzpatienten dabei, ihre Erkrankung besser zu verstehen. In Form von Video-Interviews mit Schmerzmedizinern, Texten, Animationen und Checklisten wird wissenschaftlich fundierte Information verständlich vermittelt und gezeigt, wie Betroffene aktiv gegen ihre Schmerzen vorgehen und was sie damit selbst für die Verbesserung ihrer Lebensqualität tun können. Die Schulungen wurden in Zusammenarbeit mit der Patientenplattform Selpers.com und österreichischen Schmerzexperten entwickelt, sind kostenlos und können jederzeit ohne Anmeldung absolviert werden.
Die Kurse sind empfohlen von der Österreichischen Schmerzgesellschaft und der Allianz chronischer Schmerz Österreich (das ist die Dachorganisation der Schmerz-Selbsthilfegruppen).

„Die E-Learning Kurse sind direkt an die Patienten gerichtet. In diesen E-Learning Kursen wird Schmerz genauer erklärt. Schmerz ist nicht Schmerz, das ist ein ganz wichtiger Punkt. Man muss unterscheiden, welche Art von Schmerzen Patienten haben. Ist es ein Entzündungsschmerz, ein Schmerz des Bewegungsapparates durch Abnützungserscheinungen, oder ist es ein Schmerz, wo Nerven geschädigt sind, zum Beispiel durch eine chronische Zuckererkrankung. Das macht nämlich große Unterschiede in der Therapie und das ist auch für Patienten wichtig zu wissen. Denn viele Schmerzmittel bekommt man ohne Rezept in der Apotheke. Es macht aber überhaupt keinen Sinn, die rezeptfreien Medikamente zum Beispiel gegen Nervenschmerzen zu schlucken. Man schadet sich damit nur, und darüber müssen Patienten aufgeklärt werden. Worauf man achten soll ist, dass man sich bemüht, nicht nur eine Infiltration beim Orthopäden zu bekommen, sondern sich eben auch selbst einzubringen. Auch das kommt in den E-Learning Kursen vor und, dass man sich die richtigen Ziele setzt in der Therapie. Das ist einer der wichtigen Punkte.“

Die Kurse kann man kostenlos und jederzeit ohne Anmeldung unter https://selpers.com/schmerzen-erfolgreich-bewaeltigen/ abrufen. 

Gesprächspartner: 
Oberarzt Dr. Wolfgang Jaksch, Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Schmerzmedizin an der Klinik Ottakring

Hier geht’s zu den gesprochenen Statements von Dr. Jaksch:

Audiofile 1 - O-TON.AT 11.2.2021 

Audiofile 2 - O-TON.AT 11.2.2021

Audiofile 3 - O-TON.AT 11.2.2021

Audiofile 4 - O-TON.AT 11.2.2021

Audiofile 5 - O-TON.AT 11.2.2021

Audiofile 6 - O-TON.AT 11.2.2021

Audiofile 7 - O-TON.AT 11.2.2021

 

Über Grünenthal

Die Grünenthal Gruppe ist ein Pharmaunternehmen mit zukunftweisender Forschung, das sich auf die Indikationen Schmerz, Gicht und Entzündungserkrankungen spezialisiert hat. Es ist unser Anspruch, bis 2022 vier bis fünf neue Produkte für Therapiegebiete zu entwickeln, in denen Patienten einen hohen Leidensdruck haben und für die es bislang noch keine ausreichenden therapeutischen Lösungen gibt. Als ein Unternehmen mit vollständig integrierter Forschung und Entwicklung verfügen wir über langjährige Erfahrung in innovativer Schmerzbehandlung und in der Entwicklung modernster Technologien für den Patienten. Da wir uns der Innovation sehr verpflichtet fühlen, liegen die Investitionen in unsere Forschung und Entwicklung über dem Branchendurchschnitt.

Grünenthal ist ein unabhängiges Unternehmen in Familienbesitz mit Konzernzentrale in Aachen, Deutschland. Wir sind in insgesamt 32 Ländern mit Gesellschaften in Europa, Lateinamerika und den Vereinigten Staaten vertreten. Unsere Produkte sind in mehr als 155 Ländern erhältlich, und etwa 5.500 Mitarbeiter arbeiten weltweit für die Grünenthal Gruppe. Der Umsatz betrug im Jahr 2016 rund 1,4 Mrd. €.

Weitere Informationen finden Sie unter www.grunenthal.com bzw. www.grunenthal.at

Beatrix Kollmann

Kontakt für Journalisten-Rückfragen

Grünenthal GmbH


E-Mail: beatrix.kollmann@grunenthal.com

Telefon: 02236 / 37955018


Elisabeth Leeb

Kontakt für Journalisten-Rückfragen

PR-Beratung › Medienarbeit › Text


E-Mail: leeb.elisabeth@aon.at

Telefon: 0699 / 1 424 77 79